Feuerstättenschau

1. Was ist die Feuerstättenschau?
Der bezirksbevollmächtigte Kaminkehrer hat die Aufgabe nach §14 Schornsteinfeger-Handwerkergesetz, regelmäßig sämtliche Feuerungsanlagen zu besichtigen. Dabei werden die gesamten Abgasanlagen sowie Feuerstätten, deren Verbindungsstücke und die Verbrennungsluftversorgung auf die Betriebs- und Brandsicherheit überprüft.


2. Was wird besichtigt?
a.) Es werden alle Kamine auf allen vier Seiten, auf ganzer Länge, z.B. vom Keller bis zum Dach 
     besichtigt.   
Das bedeutet auch, dass der Kamin in Räumen begutachtet werden muss in denen man es nicht gewohnt ist
(z.B 1.OG Bad, Kinderzimmer etc.). Des Weiteren werden alle Feuerstätten, deren Rauchrohre, und die Luftversorgung in Augenschein genommen und dokumentiert.
b.) Sind alle brennbaren Bauteile ausreichend weit entfernt?
- Vom Kamin ist ein Abstand zu brennbaren Bauteilen von mindestens 5 cm einzuhalten.
-  Von Verbindungstücken (= Rauchrohren), Feuerstätten und Kamintürchen mindestens 40 cm.
-  Im Strahlungsbereich von Feuerstätten (z. B. Offener Kamin) ist mindestens ein Abstand von 80 cm erforderlich.
c.) Sind alle brennbaren Fußböden vor den Holzöfen ausreichend geschützt?
Vor den Feuerungsöffnungen von Feuerstätten für feste Brennstoffe sind Fußböden aus brennbaren Baustoffen durch einen Belag aus nichtbrennbaren Baustoffen zu schützen. Der Belag muss sich nach vorne auf mindestens 50 cm und seitlich auf mindestens 30 cm über die Feuerungsöffnung hinaus erstrecken (z. B. Bodenblech usw.).
d.) Was wird bei der Verbrennungsluftversorgung geprüft?
Die ausreichende Verbrennungsluftversorgung muss jederzeit sichergestellt sein. Bei den Feuerstätten im Keller und bei den Heizungen ist in der Regel eine Lüftung vom Freien erforderlich. Bei den Feuerstätten die ihre Verbrennungsluft dem Aufstellraum entnehmen wird die erforderliche Raumgröße überprüft. In der Nutzungseinheit, in der sich Feuerstätten befinden, dürfen keine Abluftventilatoren installiert sein
(z.B. Küchendunstabzug) . Wenn doch, müssen ggf. Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden
(z. B. Fensterkontaktschalter). https://www.youtube.com/watch?v=fKhjh7937O4
e.) Sind Feuerstätten und Abgasrohre unter Umständen nicht fachgerecht im und am Gebäude installiert?
Es kommt teilweise vor, dass Betreiber von Feuerstätten diese ohne Kamin bzw. nur mit einem Ofenrohr betreiben wollen. Diese sogenannten „wilden“ Ofenrohre sind leider aus baurechtlichen Gründen nicht gestattet und müssen entfernt werden.
f.) Werden die Feuerstätten mit geeigneten Brennstoffen betrieben?
Überprüft werden Art des Brennstoffes, Größe, Lagerung und Feuchtegehalt.
g.) Mit der Änderung der Bundesimmissionsschutzverordnung (1.BImSchV) zum 22.03.2010 unterliegen nun auch Einzelraumfeuerstätten der regelmäßigen Überwachung.
Neuerrichtete Feuerstätten müssen strengere Anforderungen hinsichtlich der Emissionswerte und des Wirkungsgrades einhalten. Bei den bestehenden Feuerstätten werden die Vorgaben der Mindestanforderung überprüft.  Die Überprüfung erfolgt durch eine Typprüfung. Die Daten hierfür sind vom Betreiber nachzuweisen. Deshalb bitte ich Sie, die Angaben auf den Typenschildern oder die Betriebsanleitungen, bzw. die technischen Unterlagen bereitzuhalten.
Werden die Mindestanforderungen nicht eingehalten, sind die Feuerstätten nach Ablauf einer Frist, festgelegt durch das Baujahr und Errichtungsdatum, außer Betrieb zu nehmen, oder zu ertüchtigen, bzw. zu erneuern.
h.) Bei bestehenden Öl- und Gasheizungen älter als 15 Jahre wird geprüft,
ob bereits ein Heizungslabel angebracht wurde.
Ist dies noch nicht der Fall wird dies an der Vorderseite der Heizungsanlage installiert.
Geregelt ist diese Pflicht im Energieverbrauchskenzeichnungsgesetz EnVKG.
Kosten entstehen hierbei für sie nicht. https://www.youtube.com/watch?v=5paMFO_meks

3. Was kostet die Feuerstättenschau?
Die Feuerstättenschau durch eine feste Gebührenordnung abgerechnet.
Es wird ab dem angefangen Meter der Schornsteine sowie nach den,
im Gebäude befindlichen und angeschlossenen Feuerstätten berechnet. 
Insbesondere werden die Arbeiten nach 2. a-g verrechnet.
Im Einfamilienhausbereich liegen die Kosten meist zwischen 45 und 95 € abhängig von der Anzahl und Größe der Feuerungsanlagen. Die Gebühren sind detailliert festgelegt und für mich bindend, da die Feuerstättenschau weiterhin zu den hoheitlichen Aufgaben zählt.
Eine Tabelle der Kostenaufstellung können sie online unter folgendem Link einsehen:
http://www.gesetze-im-internet.de/k_o/anlage_3.html   wobei 1 AW = 1.05 €

 

4. Was ist der Feuerstättenbescheid? 

Diesen Bescheid haben bestehende Gebäude bereits  mehrfach erhalten. Er ist zur Auflistung aller kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen und deren Ausführungstermine für jedes Gebäude auszustellen. Feuerstättenbescheide werden zukünftig vom zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger nach der Feuerstättenschau ausgestellt.
Mit diesem Feuerstättenbescheid haben Sie die Möglichkeit einen zugelassenen Kaminkehrermeisterbetrieb  zu beauftragen.